Institut für sozialwissenschaftliche
Forschung, Bildung und Beratung e.V. (ISFBB)
 
 
Druckversion

ISFBB-Veranstaltungen im Jahr 2021

Im Jahr 2021 fanden bisher 43 Bildungsveranstaltungen statt, die überwiegend digital durchgeführt wurden. Zum Vergleich: In den Jahren vor dem Corona-Lockdown hatten wir jeweils ca. 110 Veranstaltungen pro Jahr durchführen können. Wir freuen uns daher über Spendengelder. Die 2021 durchgeführten Veranstaltungen im Einzelnen:

21. September 2021: "Zwischen Radikalisierung und Normalisierung: Die AfD und ihre digitalen Helfernetzwerke" mit Hajo Funke & Birgit Mair

=""
Hajo Funke ist Professor (i.R.) an der Freien Universität Berlin. Er ist Autor zahlreicher Bücher (u.a. "Sicherheitsrisiko Verfassungsschutz", "Die Höcke-AfD", "Staatsaffäre NSU", "Gäriger Haufen. Die AfD: Ressentiments, Regimewechsel und völkische Radikale" sowie "Kampf um die Erinnerung. Hitlers Erlösungswahn und seine Opfer" und "Black lives matter in Deutschland". Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des ISFBB-Projekts "Die letzten Zeugen".

=""
Diplom-Sozialwirtin Univ. Birgit Mair ist Mitbegründerin des Nürnberger ISFBB e.V., Co-Autorin der internationalen Studie zu NS-Zwangsarbeit „Hitlers Sklaven“ („Hitlers Slaves“), Autorin von Büchern über Holocaustüberlebende und Kuratorin von Wanderausstellungen über die Opfer des NSU und die KZ-Überlebenden Josef Jakubowicz und Franz Rosenbach. Sie führte mehr als 300 Zeitzeugengespräche mit Holocaust-Überlebenden durch (www.isfbb.de , www.die-letzten-zeugen.de)
Viele Überlebende des Holocaust mahnen infolge des politischen Rechtsrucks Wachsamkeit an in Bezug auf antidemokratische Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Aus diesem Grunde haben Prof. Dr. Hajo Funke und Birgit Mair am 21. September 2021 im Rahmen einer Online-Veranstaltung analysiert, inwieweit sich die AfD seit ihrer Gründung im Jahr 2013 radikalisiert hat. Birgit Mair gab einen kurzen Einblick in das digitale Helfernetzwerk geben, das um die Partei oszilliert und rechte Propaganda via Smartphone und Tablet in die Köpfe von Millionen von Nutzern transportiert. Die Teilnahme war kostenfrei, Spenden für das Projekt "Die letzten Zeugen" (www.die-letzten-zeugen.de) wurden erbeten.

20. September 2021: Online-Gespräch mit dem Holocaust-Überlebender Ernst Grube

=""
Ernst Grube im Mai 2021 (Foto: Birgit Mair)

=""
Ernst und Werner Grube im Tierpark Hellabrunn in München 1941. Ihr couragierter Vater besuchte mit seiner Familie den Zoo, ohne den "Judenstern" zu tragen (Foto: Privatbesitz Ernst Grube)

Am 20. September 2021 berichtete der Holocaust-Überlebende Ernst Grube in einer Online-Veranstaltung von den nationalsozialistischen Verfolgungen und dem Antisemitismus in seiner Geburtsstadt München. Veranstalter war die Volkshochschule Schwandorf in Kooperation mit ISFBB e.V..

18. September 2021: Workshop bei der International Public Summer School 2021 Nürnberg

Am 18. September 2021 führte Birgit Mair auf dem ehemaligen NSDAP-Reichsparteitagsgelände auf der Spiegelwiese am Dutzendzeich Nürnberg im Rahmen der International Public Summer School 2021 einen Workshop unter dem Motto "Eine Fackel, drei bunte Streifen und nie wieder NSU" durch. Sie berichtete unter anderem von ihren Erfahrungen von zehn Jahren Arbeit in der Ausstellung "Faszination und Gewalt" in der Zeppelintribüne in den 1990er Jahren, vom Ignorieren von Neonaziaktivitäten in Nürnberg in den 2000er Jahren und von ihren Eindrücken von künstlerischen Interventionen in Bezug auf den Umgang mit der Zeppelintribüne wie dem "Regenbogen-Preludium" und dem Schriftzug "Nie wieder Krieg - Nie wieder NSU". Sie präsentierte zudem eine original Fackel vom neonazistischen Fackelmarsch auf der Zeppelintribüne im Jahr 2019. Veranstaltet wurde das vom 13. bis 26. September 2021 dauernde Programm in Kooperation der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, der Teschnischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm und der Technischen Universität Wien und von BauLust e.V.

16. September 2021: "NSU, Hanau, Halle - Rechter Terror in Deutschland und der Umgang damit" mit Birgit Mair in Buchen-Hettingen (Präsenzveranstaltung)


Ein Akiver der Initiative Herz statt Hetze begrüßt Referentin Birgit Mair (Foto: Privat)

Am 16. September 2021 sprach Birgit Mair im Lindensaal in Buchen-Hettingen (Odenwald) über rechten Terror in Deutschland und den Umgang damit. Knapp vierzig Interessierte nahmen an der Veranstaltung, initiiert vom örtlichen Bündnis HERZ STATT HETZE, teil.

15. September 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube (über zoom)

=""
Ernst Grube im Mai 2021 (Foto: Birgit Mair)

=""
Ernst und Werner Grube im Tierpark Hellabrunn in München 1941. Ihr couragierter Vater besuchte mit seiner Familie den Zoo, ohne den "Judenstern" zu tragen (Foto: Privatbesitz Ernst Grube)


Am 15. September 2021 nahmen knapp sechzig Interessierte an einem Online-Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube teil. Anlass für die Veranstaltung war der 86. Jahrestag der Verkündung der rassistischen "Nürnberger Gesetze".

Ernst Grube wurde 1932 in München geboren. Seine Mutter war jüdisch, sein Vater evangelisch. Nach der Zerstörung der Münchner Hauptsynagoge im Juni 1938 wurden die unmittelbar angrenzenden Gebäude der israelitischen Kultusgemeinde in der Herzog-Max Straße "arisiert", d.h. geraubt. Die Grube-Familie wurde aus ihrer dortigen Mietwohnung vertrieben. In ihrer Not brachten die Eltern Ernst und seine beiden Geschwister zwei Tage vor dem Novemberpogrom 1938 in ein jüdisches Kinderheim. Fast alle der dort untergebrachten Kinder wurden später von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet. Ernst und seine beiden Geschwister mussten ab Frühjahr 1942 in das „Judenlager Milbertshofen", später in ein weiteres Lager in Berg am Laim bis April 1943. Drei Monate vor Kriegsende wurden die Grube-Kinder und ihre Mutter in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie bis zur Befreiung am 8. Mai 1945 inhaftiert waren.

Veranstaltet vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung in Kooperation mit dem Jugendforum Nordstadt/Planerladen e.V. Dortmund sowie der Jüdischen Kultusgemeinde Erlangen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Spenden werden erbeten. ISFBB e.V., IBAN: DE10700205000008893000 Stichwort: Ernst Grube 15. September, BIC: BFSWDE33MUE, Bank für Sozialwirtschaft München Anmeldung ab sofort per E-Mail an: info@isfbb.de

9. September 2021 Online-Gespräch mit Semiya Şimşek, Tochter des ersten NSU-Mordopfers (über Zoom)

Am 21. Jahrestag des Mordanschlags auf ihren Vater berichtete Semiya Şimşek über die Auswirkungen des neonazistischen Terrors auf sie und ihre Familie. Auch wurde über die bisherige Aufarbeitung der NSU-Verbrechen kritisch Bilanz gezogen. Thematisiert wurden auch die Auswirkungen neuerer rassistischer Morde auf Opferangehörige. Die Autorin der Wanderausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen", Birgit Mair, steht seit Jahren im Kontakt mit der Familie des Mordopfers und hat die Veranstaltung moderiert.

1. September 2021, 19 Uhr: "Ein Prozess wofür - Bewältigung, Heilung, Strafe?" mit Birgit Mair und anderen in Jena (Präsenzveranstaltung und Livestream)

Am 1. September 2021 beteiligte sich Birgit Mair an einer Präsenzveranstaltung mit Livestream im TRAFO im thüringischen Jena. Im Rahmen des NSU-Prozess-Reenactments des Kunstfestes Weimar ging es in einer Diskussionsrunde um Fragen einer Analyse der Funktion von Strafrecht, dem Sanktionsrecht des Staates und der Frage, welche Zwecke und Wirkungen einem Strafprozess in unserer Gesellschaft zukommen. An der Diskussion nahmen teil: Birgit Mair, Rechtsextremismus-Expertin, Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung, Beratung — Nürnberg, Dr. Christian Faludi, Historiker, FSU Jena, Prof. Dr. Thomas Weigend, Strafrechtler an der Universität Köln. Die Moderation übernahm die Berliner Soziologin Katharina Warda.

28. August 2021, 19 Uhr, Gespräch mit Birgit Mair zur Ausstellung “Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen” an der Universität Jena (Präsenzveranstaltung)

Am 28. August 2021 hielt Birgit Mair an der Universität Jena einen Vortrag über ihre Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" sowie Erfahrungen, die sie im Zusammenhang mit dem Projekt gemacht hat. Die Veranstaltung war Teil der Reihe “Kein Schlussstrich in Jena?” der Falken in Jena. Die Ausstellung war vom 23. bis 30. August 2021 im Foyer der Universität Jena, Carl-Zeiss-Str. 3 zu besichtigen.

26. August 2021: Semiya Simsek und Birgit Mair beim Reenactment des Nationaltheaters Weimar

Am 26. August 2021 war Birgit Mair live auf der Bühne des Weimarer Nationaltheaters und interviewte dort Semiya Simsek, die aus der Türkei zugeschaltet wurde. Das Interview fand statt innerhalb des "Reenactments" zum NSU-Prozess, welches im Rahmen des Kunstfestes Weimar vom dortigen Nationaltheater veranstaltet wurde.

25. August 2021: Mehmet O. und Birgit Mair beim Reenactment des Nationaltheaters Weimar

Am 25. August 2021 waren Birgit Mair und Mehmet O. in Präsenz in Weimar. Das dortige Nationaltheater veranstaltete ein Reenactment des NSU-Prozesses. Der Fall des Bombenanschlags auf die Kneipe "Sonnenschein" am 23. Juni 1999 war der Auftakt des 17-tätigen Theaterstücks. Mehmet O., dessen Fall "aus prozessökonomischen Gründen" aus dem fünfjährigen NSU-Gerichtsprozess ausgelagert worden war, erhielt nun wenigstens auf der Bühne in Weimar, die dem Münchner Gerichtssaal nachempfundenen war, die Möglichkeit, "auszusagen". Mehr als einhundert Menschen nahmen in Präsenz teil, weitere sahen sich den Online-Stream auf "Nachtkritik" an.

19. Juli 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit der Auschwitz-Überlebenden Eva Franz für die Geschwister-Scholl-Realschule in Nürnberg

Am 19. Juli führte Birgit Mair gemeinsam mit der Auschwitz-Überlebenden Sintezza Eva Franz ein Zeitzeugengespräch für Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Realschule Nürnberg durch. Drei Schulklassen beteiligten sich an der digitalen Veranstaltung, die in Kooperation mit der Georg-von-Vollmar-Akademie durchgeführt wurde.

16. Juli 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit der Auschwitz-Überlebenden Eva Franz für die Geschwister-Scholl-Realschule in Nürnberg

Am 16. Juli führte Birgit Mair gemeinsam mit der Auschwitz-Überlebenden Sintezza Eva Franz ein Zeitzeugengespräch für Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Realschule Nürnberg durch. Zwei Schulklassen beteiligten sich an der digitalen Veranstaltung, die in Kooperation mit der Georg-von-Vollmar-Akademie durchgeführt wurde.

16. Juli 2021: Die Opfer des NSU in Nürnberg

Am 16. Juli 2021 veranstaltete Birgit Mair eine Multiplikatorenfortbildung für Referendare des Martin- Behaim-Gymnasiums Nürnberg. Sie ging dabei insbesondere auf die drei Mordopfer des NSU sowie das Opfer eines neonazistischen Bombenanschlags in Nürnberg ein. Zehn Referendare beteiligten sich an der digitalen Veranstaltung.

15. Juli 2021: Digitale Auftaktveranstaltung zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ - Gespräch mit Charlotte Knobloch


Digitales Zeitzeugengespräch mit Charlotte Knobloch im Rathaus Erlangen (Foto: Birgit Mair)

Am 15. Juli 2021 führte Birgit Mair ein Gespräch mit Charlotte Knobloch, die den Holocaust in einem kleinen Dorf in Mittelfranken überlebt hat und seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ist. Die Begrüßung übernahm Dr. Florian Janik, Oberbürgermeister der Stadt Erlangen. Frau Ester Limburg-Klaus von der Jüdischen Gemeinde Erlangen sprach ein Grußwort. Im Gespräch mit Charlotte Knobloch, das live gestreamt wurde, ging Birgit Mair auf verschiedene Aspekte des Lebens der 89-jährigen Zeitzeugin ein. Unter anderem befragte sie sie zu ihren Eindrücken von der Pogromnacht im November 1938 in München, zu den Erinnerungen an ihre jüdische Großmutter, die später im Ghetto Theresienstadt den Hungertod starb, und zu ihrem Leben in Arberg, einem mittelfränkischen Dorf, in dem Charlotte als "Lotte Hummel" die NS-Zeit überlebte. Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde über dem Umgang mit so genannten "Judensäuen" diskutiert, die abwertenden Reliefs, die immer noch verschiedene Gebäude in Deutschland verunstalten. Frau Knobloch berichtete von ihren Erinnerungen an die Holocaust-Überlebenden, die bei einem bis heute unaufgeklärten Brandanschlag am 13. Februar 1970 im Haus der jüdischen Gemeinde in München ums Leben kamen. Einige von ihnen kannte sie persönlich. Zu der Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde Erlangen in Kooperation mit dem Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. und der Stadt Erlangen hatten sich 130 Interessierte zugeschaltet.

14. Juli 2021: Präsenz-Zeitzeugengespräch mit Ernst Grube an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg


Zeitzeugengespräch mit Ernst Grube in der Akademie der Bildenden Künste. Moderiert wurde die Veranstaltung von Birgit Mair (Foto: Stefan Silberhorn)

Am 14. Juli 2021 fand ein Präsenz-Zeitzeugengespräch mit Ernst Grube an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg statt, an dem unter Corona-Auflagen 30 Studierende teilnahmen. Das Zeitzeugengespräch in Kooperation mit der Georg-von-Vollmar-Akademie wurde von uns gefilmt.

12. Juli 2021: Präsenz- und Online-Vortrag zu den Opfer des NSU

Am 12. Juli 2021 führte Birgit Mair eine Schulklasse durch die Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" in den Räumen der Friedrich-Ebert-Stiftung Bayern in München. Am Abend hielt sie einen Online-Vortrag zur Ausstellungseröffnung.

9. Juli 2021: Führung zu Erinnerungskultur für Studierende der Kunstakademie Nürnberg


Birgit Mair Beginn zeigt zu Beginn der Führung historische Fotos in der Akademie Galerie Nürnberg (Foto: Stefan Silberhorn)

Am 9. Juli 2021 veranstaltete Birgit Mair für Studierende der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg eine Führung zum Thema "Erinnerung an die NS-Verbrechen" rund um den Haupmarkt in Nürnberg. Neben den Zeugnissen des christlichen Antijudaismus in Nürnberg (u.a. menschenverachtende "Judensau"-Darstellung am Ostchor der Sebalduskirche; abgerissene Synagoge am Hauptmarkt) wurde auch der Gedenkort nahe des am Hans-Sachs-Platzes, wo bis 1938 ein prächtiger Synagogenbau im orientalischen Stil das Stadtbild verschönerte. Anhand von Beispielen wurde die gewaltsame Vertreibung der Jüdinnen und Juden aus Nürnberg und deren Ermordung während der NS-Gewaltherrschaft skizziert. Ein zentrales Mahnmal für die im Holocaust umgekommenen ehemaligen Nürnbergerinnen und Nürnberger fehlt ebenso wie die Erinnerung an die Bücherverbrennung am Hauptmarkt, dem ehemaligen Adolf-Hitler-Platz.

7. Juli 2021: Multimedialer Online-Vortrag über das Leben der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano

Am 7. Juli 2021 führte Birgit Mair einen multimedialen Online-Vortrag über das Leben der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano für fünfzig Interessierte des DGB Niederbayern durch.

5. Juli 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit der Auschwitz-Überlebenden Eva Franz für eine Schule in Renningen

2. Juli 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit der Auschwitz-Überlebenden Eva Franz für eine Schule in Scheinfeld

Am 2. Juli 2021 führte Birgit Mair gemeinsam mit der Auschwitz-Überlebenden Sinztezza Eva Franz für Schüler/innen des Beruflichen Schulzentrums Scheinfeld ein Online-Zeitzeugengespräch durch, an dem knapp 100 Schüler/innen teilnahmen.

1. Juli 2021: Vortrag zum NSU-Komplex für das Staatstheater Nürnberg

Am 1. Juli 2021 hielt Birgit Mair für Mitarbeitende am Staatstheater Nürnberg zur Vorbreitung einer Inszenierung von Elfriede Jelinek einen Vortrag zu Aspekten um die neonazistische Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU).

26. Juni 2021: "80 Jahre Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion oder: Der zweite deutsche Völkermord" - Vortrag und Filmvorführung mit Hannes Heer in Nürnberg )


Birgit Mair und Hannes Heer am 26. Juni 2021 in der Villa Leon Nürnberg (Foto: Rüdiger Löster)

Anlässlich des 80. Jahrestages des Angriffs von Nazideutschland auf die Sowjetunion konnten wir den Historiker und Publizisten Hannes Heer (Jahrgang 1941) als Referenten gewinnen. Er referierte am 26. Juni 2021 in der Villa Leon in Nürnberg zum Thema „80 Jahre Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion oder: Der zweite deutsche Völkermord“. Präsentiert wurden außerdem Ausschnitte aus dem Film "Jenseits des Krieges" von Ruth Beckermann.

Hannes Heer war von 1993 bis 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und Leiter der 1995 bis 1999 von einer Million Menschen besuchten Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“. Er verfasste zahlreiche Publikationen zur Geschichte von Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegserinnerung. Hannes Heer ist Träger der Carl-von-Ossietzky- Medaille und lebt in Hamburg.

An der Veranstaltung nahmen 40 Personen in Präsenz sowie weitere 50 im Online-Format teil. Als Ehrengast wurde die Holocaust-Überlebende Klara Gorlatschowa begrüßt, die mit ihrer Familie an der Veranstaltung teilnahm.

Spenden für die Veranstaltung: Spendenkonto:
ISFBB e.V., IBAN: DE10700205000008893000, Stichwort: Hannes Heer

Flyer zum Ausdrucken


Dieses Plakat zum ausdrucken
Weiteres Plakat zum ausdrucken

16. Juni 2021: 19 Uhr: Gavriil Voulgaridis, sein Bruder wurde vom NSU ermordet

=""
Theodoros Boulgarides (links) und sein Bruder Gavriil in einem Restaurant in ihrer Heimatstadt München (Foto: Privat)

Am 16. Juni 2021 fand eine Online-Veranstaltung mit Gavriil Voulgaridis statt, an der 40 Menschen teilnahmen. Zu Beginn der Veranstaltung berichtete Birgit Mair über ihre 2021 aktualisierte Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" Im Anschluss daran beantwortete der Bruder des am 15. Juni 2005 in München vom NSU ermordeten Theodoros Boulgarides Fragen von Birgit Mair und aus dem Publikum. Veranstaltet von: ISFBB e.V. Nürnberg in Kooperation mit Jugendforum Nordstadt/Planerladen e.V., Bündnis „Tag der Solidarität – Kein Schlussstrich“ und Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW
Die Teilnahme war kostenfrei; Spenden werden erbeten. Spendenkonto: ISFBB e.V., IBAN: DE10700205000008893000 BIC: BFSWDE33MUE, Bank für Sozialwirtschaft München, Stichwort: NSU-Aufklärung München

10. Juni 2021: Reden statt schweigen - Der Kampf um die Erinnerung an die NS-Verbrechen - Vortrag und Diskussion mit Hajo Funke und Birgit Mair

80 Jahre nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion laden wir ein zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung "Reden statt schweigen - Der Kampf um die Erinnerung an die NS-Verbrechen" führten Hajo Funke und Birgit Mair am 10. Juni 2021 eine Online-Veranstaltung durch. Dem militärischen Sieg über Nazideutschland folgte zunächst das kollektive Verschweigen der NS-Verbrechen und gegebenenfalls der eigenen Beteiligung daran. Viele kennen das zwölfjährige Erinnerungsloch aus den eigenen Familien. Der Politikwissenschaftler Hajo Funke bezeichnete die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft mit ihrer trügerische „Ruhe der 1950er Jahre“ in seinem 2019 erschienenen Buch "Der Kampf um die Erinnerung" nicht umsonst als "Demokratie 'ohne Demokraten‘". In seinem Vortrag wird er erläutern, welche Folgen Schuldabwehr, Amnestien für NS-Täter und Reintegration aktiver Nationalsozialisten bis in die Gegenwart haben. Darüber hinaus wird er aufzeigen, wie der Kampf um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in der Gegenwart durch die nationalistische Agitation von AfD & Co. konterkariert wird.

Birgit Mair zeigte anhand von Beispielen aus Nürnberg aufwie sich der Kampf um die Erinnerung in der örtlichen Denkmalkultur widerspiegelt und welchen Stellenwert die pädagogische Arbeit mit den letzten lebenden Opfern des Holocaust besitzt.

Im Anschluss an die Vorträge wurden Fragen gestellt und es wurde diskutiert.

Die Veranstaltung, an der 40 Inteeressierte teilnahmen, statt in Kooperation mit der Jüdischen Kultusgemeinde Erlangen statt.



=""
Hajo Funke ist Professor (i.R.) an der Freien Universität Berlin. Er ist Autor zahlreicher Bücher (u.a. "Sicherheitsrisiko Verfassungsschutz", "Die Höcke-AfD", "Staatsaffäre NSU", "Gäriger Haufen. Die AfD: Ressentiments, Regimewechsel und völkische Radikale" sowie "Kampf um die Erinnerung. Hitlers Erlösungswahn und seine Opfer" und "Black lives matter in Deutschland". Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des ISFBB-Projekts "Die letzten Zeugen".

=""
Diplom-Sozialwirtin Univ. Birgit Mair ist Mitbegründerin des Nürnberger ISFBB e.V., Co-Autorin der internationalen Studie zu NS-Zwangsarbeit „Hitlers Sklaven“ („Hitlers Slaves“), Autorin von Büchern über Holocaustüberlebende und Kuratorin von Wanderausstellungen über die Opfer des NSU und die KZ-Überlebenden Josef Jakubowicz und Franz Rosenbach. Sie führte mehr als 300 Zeitzeugengespräche mit Holocaust-Überlebenden durch (www.isfbb.de , www.die-letzten-zeugen.de)
Plakat zur Veranstaltung am 10. Juni mit Hajo Funke und Birgit Mair zum Ausdrucken

2. Juni 2021: Bewegendes Online-Zeitzeugengespräch mit Horst Bernard

=""
Horst Bernard in seiner Wohnung in Saarbrücken
(Foto: Birgit Mair, April 2021)

=""
Horst Bernard als Kleinkind
(Foto: Privatbesitz Horst Bernard)
Am 2. Juni 2021 fand ein bewegendes Online-Zeitzeugengespräch mit Horst Bernard statt, an dem mehr als fünfzig Menschen teilnahmen. Horst Bernard wurde 1932 in Bischmisheim bei Saarbrücken als Kind eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter geboren. Die Eltern waren im saarländischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv. Nachdem das Saarland 1935 nationalsozialistisch wurde, floh die Familie nach Frankreich, wo sich die Eltern der Resistance anschlossen. Der Vater musste wegen seiner jüdischen Herkunft und der Gegnerschaft zum Naziregime zeitweise in die Illegalität untertauchen. 1944, nachdem die Mutter von der Militärverwaltung verhört und die Gestapo ihre Wohnung durchsucht hatte, musste auch sie mit den zwei kleinen Kindern untertauchen. Ihr ältester Sohn Horst wurde bei einem alten Ehepaar untergebracht. Im Alter von zwölf Jahren entging er knapp dem Tode. Er konnte fliehen, als die SS auf der Beerdigung eines bekannten Widerstandskämpfers der Resistance-Gruppe "Libération" auf dem Friedhof in Fengarolles um sich geschossen und zahlreiche Menschen verhaftet hatte.

Horst Bernard berichtete von den nationalsozialistischen Verfolgungen und von Widerstandsleistungen seiner Eltern. Der Verfasser mehrerer Bücher über die NS-Zeit traf nach 1945 zahlreiche KZ-Überlebende, setzte sich für sie ein und engagierte sich gegen Alt- und Neonazis. Er spricht deutsch und französisch.

Holocaust-Forscherin Birgit Mair moderierte die Veranstaltung. Sie besuchte den 88-jährigen Zeitzeugen im April 2021 in Saarbrücken und präsentierte Fotos und Dokumente aus seinem Leben. Im Anschluss an den Bericht des Zeitzeugen wurden zahlreiche Fragen aus dem Publikum beantwortet. Veranstaltet vom Regionalverband Saarbrücken in Zusammenarbeit mit dem Institut ISFBB e.V. und der AWO Fankontaktstelle INNWURF. Gefördert wurde die Veranstaltung durch das Bundesprogramm "Demokratie Leben!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Spenden für das Projekt www.die-letzten-zeugen.de werden erbeten. Mit Ihrer finanziellen Hilfe ist es möglich, ein bereits geführtes Videointerview und Teile von Online-Veranstaltungen mit dem Zeitzeugen zu gegebener Zeit auf der ISFBB-Internetseite www.die-letzten-zeugen.de zu veröffentlichen.

Spendenkonto: ISFBB e.V.
IBAN: DE10700205000008893000
Stichwort: Die letzten Zeugen

Bank für Sozialwirtschaft München
BIC: BFSWDE33MUE


=""


=""

21. Mai 2021: Online-Multiplikatorenfortbildung zur extremen Rechten in Haßfurt

Am 21. Mai 2021 fand eine Online-Multiplikatorenfortbildung zu extrem rechten Bewegungen für Fachkräfte der Jugendarbeit für das Bayerische Rote Kreuz in Haßfurt statt.

17. Mai 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit Ernst Grube

Am 17. Mai 2021 fand ein Online-Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube für Schüler/innen einer Schule in Jena (Thüringen) statt. Etwa 20 Schüler/innen und Lehrkräfte nahmen daran teil.

4. Mai 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit Ernst Grube

Am 4. Mai 2021 fand in Kooperation mit dem Jugendmigrationsdienst des Katholischen Jugendsozialwerk München e. V. Landshut ein Online-Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube für die Mittelschule St. Wolfgang in Landshut statt. Etwa 60 Schüler/innen und Lehrkräfte nahmen daran teil.

30. April 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit Horst Bernard

Am 30. April 2021 fand ein Online-Zeitzeugengespräch mit Horst Bernard für knapp 90 Schüler/innen und Lehrkräfte der Städtischen und Staatlichen Wirtschaftsschule in Nürnberg statt. Kooperationspartner war die Fankontaktstelle INNWURF in Saarbrücken. Ein Teil der Veranstaltung wird vom Schulbürgermeister der Stadt Nürnberg finanziert.

22. April 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit Ernst Grube

Am 22. April 2021 fand in Kooperation mit Weilburg erinnert e.V. ein Online-Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube für eine Schule in Limburg an der Lahn statt.

20. April 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit Esther Bejarano am Telefon


Esther Bejarano im September 2020 bei einem Auftritt in Fürth (Foto: Birgit Mair)

Am 20. April 2021 fand ein Online-Zeitzeugengespräch mit Esther Bejarano statt. Der Tag hat für die Holocaust-Überlebende eine besondere Bedeutung, da sie genau vor 78 Jahren im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau angekommen war. Holocaustforscherin Birgit Mair präsentierte im ersten Teil der Veranstaltung Fotos und Dokumente aus dem Leben der 96-jährigen Zeitzeugin. Im Anschluss daran wurde wird Esther Bejarano über Telefon zugeschaltet und beantwortete die zahlreichen Fragen aus dem Publikum. Die Zoom-Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Arbeitskreis Antifaschismus der Gewerkschaft ver.di Mittelfranken statt. Knapp zweihundert Menschen nahmen daran teil. Die Veranstaltung kann als voller Erfolg bezeichnet werden.

10. April 2021: Online-Veranstaltung mit Gamze Kubasik, der Tochter des vom NSU ermordeten Mehmet Kubasik

=""
Gamze Kubasik demonstrierte am Tag der Urteilsverkündung im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht in München (Foto: Birgit Mair)

Am 10. April 2021 fand eine Online-Veranstaltung mit Gamze Kubasik, der Tochter des vom NSU ermordeten Mehmet Kubasik statt, an der sich fünfzig Menschen beteiligten. Zu Beginn der Veranstaltung hat Birgit Mair über ihre 2021 aktualisierte und erweiterte Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" berichtet. Im Anschluss daran hat Gamze Kubasik einen eindrücklichen und zugleich berührenden Einblick darin gegeben, was der Mord an ihrem Vater und die polizeilichen Verdächtigungen gegen die Familie für sie für Folgen hatte. Im Anschluss daran hat sie eine Stunde lange zahlreiche Fragen aus dem Publikum beantwortet. Die Veranstaltung fand statt in Kooperation mit dem Bündnis Tag der Solidarität - Kein Schlussstrich Dortmund und dem Planerladen Dortmund e.V.
Die Teilnahme kostenfrei; Spenden für weitere kostenfreie Bildungsveranstaltungen: info@isfbb.de Spendenkonto: ISFBB e.V., IBAN: DE10700205000008893000 BIC: BFSWDE33MUE, Bank für Sozialwirtschaft München, Stichwort: NSU-Aufklärung Dortmund

Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" in Hamburg

  • Hamburg fester Ausstellungsort: 21. März bis 4. April 2021: Bildungszentrum Tor zur Welt, Krieterstr. 2d, 21109 Hamburg, Öffnungszeiten MO-SO 17-21 Uhr, Eintritt frei. Weitere Infos: https://schauhin.jimdosite.com/ausstellung/
  • Hamburg-Wilhelmsburg: Von 21. März bis 4. April 2021 wandert die Ausstellung täglich um die Mittagszeit von 12 bis 14 Uhr durch den öffentlichen Raum in Hamburg-Wilhelmsburg. Eintritt frei. Die Ausstellungsorte bleiben ein Überraschungsmoment. Die Ausstellung wird vom 22. März bis 4. April 2021 an vielen unterschiedlichen öffentlichen Plätzen in Wilhelmsburg und auf der Veddel als Wanderausstellung gezeigt. Wenn es die aktuelle Corona-Situation zulässt, wird sie auch nachmittags und abends im Bildungszentrum Tor zur Welt, Krieterstraße 2d, für alle Besucher*innen zu sehen sein. Ausgebildete Schüler*innen-Coaches begleiten die Ausstellung.
    Weitere Infos: https://schauhin.jimdosite.com/ausstellung

    24. März 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano


    Esther Bejarano im September 2020 bei einem Auftritt in Fürth (Foto: Birgit Mair)

    Mehr als einhundert Menschen nahmen am Online-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano am 24. März 2021 in Kooperation mit dem Bündnis "Roth ist bunt" teil. Nach einem Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Roth, Herrn Edelhäußer, berichtete Birgit Mair anhand von Bildern über das Leben der Auschwitz-Überlebenden. Im Anschluss daran beantwortete die 96-Jährige zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Es gab viele positive Rückmeldungen und Danksagungen. Insgesamt war es eine äußerst gelungene Veranstaltung.

    21. März 2021: Digitale Ausstellungseröffnung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" mit der Schwester von Süleyman Tasköprü

    Mehr als sechzig Interessierte nahmen an einer zweistündigen Online-Veranstaltung teil, in deren Mittelpunkt eine Schwester des 2001 in Hamburg vom NSU ermordeten Süleyman Tasköprü stand. Nach einem Kurzvortrag von Ausstellungsmacherin Birgit Mair, die auf die Diskrepanz zwischen der behördlichen Einschätzung des NSU und der Sichtweise von Opferfamilien, Betroffenen und Nebenklageanwält*innen einging, berichtete die fünf Jahr jüngere Schwester von Süleyman Tasköprü von ihren Erinnerungen an ihren Bruder. Fast zwanzig Jahre nach dem Mord sprach sie erstmals öffentlich darüber, welche Folgen die rassistisch geführten Ermittlungen für die Familie hatten und warum sie mit der bisherigen Aufklärung unzufrieden ist. Sie berichtete über den zunehmenden Alltagsrassismus, der ihr und ihrer Familie nach wie vor widerfährt. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von zwei Jugendlichen, die Saz spielten und sangen sowie von einem Pianisten. Sie wurden von der Helmut-Schmidt-Schule aus zugeschaltet und musizierten direkt in der Ausstellungsumgebung. Initiator*innen waren Aktive des Netzwerks gegen Rechts Wilhelmsburg.

    20. März 2021: Digitale Schüler*innencoachausbildung in Hamburg

    Am 20. März 2021 führte Birgit Mair eine digitale Schüler*innencoachausbildung für Jugendliche am Helmut-Schmidt-Gymnasium Hamburg durch. Fünfzehn Jugendliche und Erwachsene wurden befähigt, eigenständig und digital durch die Wanderausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" zu führen.

    12. März 2021: Zwei Online-Zeitzeugengespräche mit Holocaust-Überlebenden

    Am 12. März 2021 fand am Vormittag ein Online-Zeitzeugengespräch mit dem jüdischen Theresienstadt-Überlebenden Ernst Grube für siebzig Jugendliche und junge Erwachsene des Bundesfreiwilligendienstes in Kooperation mit der Stadt Spiegelau statt. Am Nachmittag dann fand ein Online-Zeitzeugengespräch mit der Auschwitz-Überlebenden Sintezza Eva Franz für Schüler/innen einer Schule in Biberach statt. Die letztgenannte Veranstaltung fand in Kooperation mit der Georg-von-Vollmar-Akademie statt.

    5. März 2021: "Die Opfer des NSU - Wo bleibt die Aufklärung?" Online-Vortrag von Birgit Mair

    Auf Initiative der "Fankontaktstelle INNWURF Saarbrücken" fand am 5. März 2021 ein Online-Vortrag von Birgit Mair zum Thema "Die Opfer des NSU - Wo bleibt die Aufklärung?" statt. Vierzig Interessierte beteiligten sich an der Veranstaltung. Neben digitalen Grußworten wurden berührende Musikdarbietungen eines Harfenspielers geboten.

    In ihrem Vortrag führte Ausstellungsmacherin Birgit Mair digital durch die Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" und berichtete aus der Perspektive von Angehörigen und der Überlebenden des rassistischen Terrors. Sie unterzog die bisherige Aufklärung einer kritischen Beurteilung und richtete den Blick von Angehörigen der NSU-Mordopfer auf neuere rechte Gewalttaten (München, Wolfhagen-Istha, Halle, Hanau). Die Diplom-Sozialwirtin (Univ.) beobachtete den bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss und den NSU-Prozess. Ihre 2012 konzipierte Wanderausstellung wurde mehr als zweihundert Mal bundesweit gezeigt. (www.opfer-des-nsu.de)

    Die Ausstellung wird vom 5. bis 26. März 2021 zum ersten Mal im Saarland zu sehen sein. In den Räumlichkeiten von Eli.ja, der Kirche der Jugend in Saarbrücken kann die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Kirche oder nach Voranmeldung unter: eli.ja@bgv-trier.de besucht werden. Die Präsentation der Ausstellung in Saarbrücken wird gefördert durch das Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und durch den Regionalverband Saarbrücken.

    4. März 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Eva Franz

    Am 4. März 2021 führte Birgit Mair gemeinsam mit der Holocaust-Überlebenden Eva Franz ein Online-Zeitzeugengespräch für etwa sechzig Schülerinnen und Schüler des Melanchthon-Gymnasiums Nürnberg durch. Kooperatonspartnerin war die Georg-von-Vollmar-Akademie in Kochel am See.

    Mit Eva Franz berichtete eine der letzten Zeuginnen des Holocausts. Eva Franz wurde 1940 in Gablonz an der Neiße geboren. Als sie zweieinhalb Jahre alt war, wurde sie gemeinsam mit ihrer Familie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurde ihr die Häftlingsnummer 4167 in den linken Unterarm eintätowiert. Frau Franz trägt die Nummer bis heute. Ihre Schwester kam in Auschwitz ums Leben. Gegen Kriegsende wurde Eva in das Frauen KZ Ravensbrück und in das KZ Bergen-Belsen deportiert. Die Mutter starb noch vor der Befreiung.

    Die Nürnberger Holocaust-Forscherin Birgit Mair moderierte die Veranstaltung und präsentierte Dokumente aus dem Leben der Zeitzeugin. Im Anschluss an den Bericht von Eva Franz wurden Fragen aus dem Publikum gestellt.

    3. März 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Eva Franz

    Am 3. März 2021 führte Birgit Mair gemeinsam mit der Holocaust-Überlebenden Eva Franz ein Online-Zeitzeugengespräch für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Büdingen in Kooperation mit "Demokratie leben" durch.

    Mit Eva Franz berichtete eine der letzten Zeuginnen des Holocausts. Eva Franz wurde 1940 in Gablonz an der Neiße geboren. Als sie zweieinhalb Jahre alt war, wurde sie gemeinsam mit ihrer Familie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurde ihr die Häftlingsnummer 4167 in den linken Unterarm eintätowiert. Frau Franz trägt die Nummer bis heute. Ihre Schwester kam in Auschwitz ums Leben. Gegen Kriegsende wurde Eva in das Frauen KZ Ravensbrück und in das KZ Bergen-Belsen deportiert. Die Mutter starb noch vor der Befreiung.

    Die Nürnberger Holocaust-Forscherin Birgit Mair moderierte die Veranstaltung und präsentierte Dokumente aus dem Leben der Zeitzeugin. Im Anschluss an den Bericht von Eva Franz wurden Fragen aus dem Publikum gestellt.

    24. Februar 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube


    Ernst Grube am 5.Mai 2019 beim Gedenken an die Ermordung von tausenden sowjetischen Kriegsgefangen auf dem damaligen Schießplatz der SS in Hebertshausen/Dachau (Foto: joergensen.com)

    Am Mittwoch, 24. Februar 2021, fand ein Online-Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube statt. 170 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil, darunter auch Schülerinnen und Schüler sowie Studierende. Der 88-jährige Zeitzeuge berichtete aus seinem Leben. Unterstützt wurde er von Holocaust-Forscherin Birgit Mair. Sie präsentierte Fotos und Dokumente aus dem Leben von Ernst Grube. Nach dem Zeitzeugenbericht wurden zahlreiche Fragen aus dem Publikum gestellt.

    Ernst Grube wurde 1932 in München geboren. Seine Mutter war jüdisch, sein Vater evangelisch. Nach der Zerstörung der Münchner Hauptsynagoge im Juni 1938 wurden die unmittelbar angrenzenden Gebäude der israelitischen Kultusgemeinde in der Herzog-Max Straße "arisiert", d.h. geraubt. Die Grube-Familie wurde aus ihrer dortigen Mietwohnung vertrieben. In ihrer Not brachten die Eltern Ernst und seine beiden Geschwister zwei Tage vor dem Novemberpogrom 1938 in ein jüdisches Kinderheim. Fast alle der dort untergebrachten Kinder wurden später von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet. Ernst und seine beiden Geschwister mussten ab Frühjahr 1942 in das „Judenlager Milbertshofen", später in ein weiteres Lager in Berg am Laim bis April 1943. Drei Monate vor Kriegsende wurden die Grube-Kinder und ihre Mutter in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie bis zur Befreiung am 8. Mai 1945 inhaftiert waren. Die Teilnahme am Zeitzeugengespräch war kostenfrei. Spenden ermöglichen weitere Zeitzeugengespräche: ISFBB e.V., IBAN: DE10700205000008893000 Stichwort: Zeitzeugen 2021, BIC: BFSWDE33MUE, Bank für Sozialwirtschaft München

    Januar 2021: Wir trauern um den Holocaust-Überlebenden Siegfried Heilig


    Siegfried Heilig in Neumarkt (Foto: Daniela Meyer Fotografie)


    In Erinnerung an Siegfried Heilig




    26. Januar 2021: Online-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-überlebenden Sintezza Eva Franz

    Anlässlich des bevorstehenden Holocaust-Gedenktages fand in der Reihe „Sinti und Roma in Bayern - Zwischen Anerkennung und Abgrenzung“ am 26. Januar 2021 ein Online-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Eva Franz statt. Veranstalterinnen waren das Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. in Kooperation mit dem Verein bildung evangelisch in Europa und dem Landesverband Bayern des Verbands Deutscher Sinti und Roma.

    Mit Eva Franz berichtete eine der letzten Zeuginnen des Holocausts. Eva Franz wurde 1940 in Gablonz an der Neiße geboren. Als sie zweieinhalb Jahre alt war, wurde sie gemeinsam mit ihrer Familie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurde ihr die Häftlingsnummer 4167 in den linken Unterarm eintätowiert. Frau Franz trägt die Nummer bis heute. Ihre Schwester kam in Auschwitz ums Leben. Gegen Kriegsende wurde Eva in das Frauen KZ Ravensbrück und in das KZ Bergen-Belsen deportiert. Die Mutter starb noch vor der Befreiung.

    Die Nürnberger Holocaust-Forscherin Birgit Mair moderierte die Veranstaltung und präsentierte Dokumente aus dem Leben der Zeitzeugin. Im Anschluss an den Bericht von Eva Franz wurden Fragen aus dem Publikum gestellt. Etwa dreihundert Menschen beteiligten sich an der Veranstaltung. Wir bedanken uns beim Verein Aktion Zivilcourage in Sachsen für die technische Unterstützung.

    15. Januar 2021: Online-Vortrag "Fakenews, Antisemitismus und Verschwörungsglaube - Neue rechte Bewegungen in Franken"

    Birgit Mair hielt am 15. Januar 2021 einen Online-Vortrag zum Thema "Fakenews, Antisemitismus und Verschwörungsglaube - Neue rechte Bewegungen in Franken - Erscheinungsformen und Handlungsstrategien dagegen". Veranstalterin war der AWO Kreisverband Mittelfranken-Süd e.V. in Kooperation mit dem Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. In dem Vortrag klärte Birgit Mair über Erscheinungsformen der extrem rechten Szene vom Rechtspopulismus bis zum Neonazismus auf. . Dabei referierte sie insbesondere über den erstarkenden Antisemitismus innerhalb der Anti-Corona-Proteste in Franken. Auch wird die Rolle sozialer Medien als Brandbeschleuniger für Fakenews und Verschwörungsmythen wurde dargestellt. Im Anschluss stellten die mehr als einhundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer zahlreiche Fragen an die Referentin. Leider konnten wegen der begrenzten personellen und technischen Kapazitäten nicht alle Interessentinnen und Interessenten zu dem Seminar zugelassen werden. Wir informieren Sie ggfs. auf dieser Internetseite über eine Folgeveranstaltung.

    Corona bremste unsere Bildungsarbeit aus: Im Jahr 2020 fanden weniger Bildungsveranstaltungen statt wie in den Vorjahren

    Im Zeitraum Januar bis zum Lockdown Anfang März 2020 waren bereits 24 Bildungsveranstaltungen durchgeführt worden. Nach dem Lockdown infolge der Corona-Pandemie wurden etwa vierzig geplante Veranstaltungen abgesagt. Im September 2020 ging es langsam wieder aufwärts. Von September bis Dezember 2020 fanden 20 Veranstaltungen statt, die vor allem online durchgeführt wurden. Für Dezember 2020 und für 2021 gibt es infolge des erneuten Lockdowns schon wieder die ersten Absagen und Verschiebungen. Die im Jahr 2020 durchgeführten Veranstaltungen sowie weitere Aktivitäten unseres Vereins im Einzelnen:

    10. Dezember 2020: Online-Fortbildung für Jugendsozialarbeiter*innen

    Am 10. Dezember 2020 führte Birgit Mair eine Online-Fortbildung für Jugendsozialarbeiter*innen im unterfränkischen Haßfurt zum Thema "Neue Rechte im Kontext von Verschwörungsmythen rund um das Thema Covid 19" durch. Die Veranstaltung wurde durch das Bundesprojekt "Demokratie leben" gefördert und in Kooperation mit dem Bayerischen Roten Kreuz durchgeführt.

    2. Dezember 2020, Online-Vortrag von Birgit Mair: "Rassismus spaltet!"

    Am 2. Dezember 2020 hielt Birgit Mair innerhalb der Themenreihe "Gespaltenes Deutschland?" der Domberg-Akademie einen Vortrag zum Thema "Rassismus spaltet!". Der Vortrag beleuchtete verschiedene Facetten gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit der vergangenen einhundert Jahre und ging auch kurz auf das nicht aufgearbeitete Kapitel des Kolonialismus ein. Birgit Mair analysierte die Zwischenstufen des rassistischer Abwertungen vom Vorurteil bis hin zum eliminatorischen Antisemitismus und Antiziganismus der NS-Zeit. Institutionellen Rassismus beleuchtete sie anhand der Situation der Sinti und Roma in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, anhand der rassistisch geführten polizeilichen Ermittlungen bei den 2011 aufgeflogenen NSU-Verbrechen sowie am Beispiel des racial profilings gegenüber People of Colour. Sie beleuchtet auch geflüchtetenfeindliche Bewegungen und den antimuslimischen Rassismus von AfD, Pegida & Co. Die Referentin berichtete ferner über eigene Beobachtungen von Diskriminierungen während ihrer dreißigjährigen beruflichen Praxis mit Minderheiten. In Bezug auf antirassistische Bürgerrechtsbewegungen ging sie insbesondere auf die Black lives matter-Proteste ein.

    1. Dezember 2020: Online-Veranstaltung zu den NSU-Verbrechen

    Am 1. Dezember 2020 moderierte Birgit Mair im Rahmen einer Online-Veranstaltung der der Georg-von-Vollmar-Akademie ein Web-Seminar zu den NSU-Verbrechen mit dem Nebenklagewanwalt Sebastian Scharmer, dem SPD-Bundestagsabgeordneten und Polizeibeamten Uli Grötsch und dem Journalisten Jonas Miller. Mehr als 60 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil.

    27. bis 29. November 2020: Online-Fortbildung für Jugendliche

    Vom 27. bis 29. November 2020 führte Birgit Mair eine Online-Fortbildung zum Thema "Zivilcourage" für Jugendliche durch, die einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren.

    19. November 2020: Online-Video-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Eva Franz im Homeoffice

    Am 19. November 2020 fand ein Online-Zeitzeugengespräch mit der 80-jährigen Auschwitz-Überlebenden Eva Franz statt. Vom Homeoffice aus wurde eine Videokonferenz in vier Klassenzimmer der Berufsschule 2 Bamberg geschaltet. So konnten insgesamt etwa sechzig Schülerinnen und Schüler die Lebensgeschichte der Auschwitz-Überlebenden live hören, die Zeitzeugin sehen und ihr im Anschluss Fragen stellen. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Frauen Bamberg statt.

    17. November 2020: Online-Video-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Eva Franz im Homeoffice

    Am 17. November 2020 fand ein Online-Zeitzeugengespräch mit der 80-jährigen Auschwitz-Überlebenden Eva Franz statt. Vom Homeoffice aus wurde eine Videokonferenz in vier Klassenzimmer der Berufsschule 2 Bamberg geschaltet. So konnten insgesamt etwa sechzig Schülerinnen und Schüler die Lebensgeschichte der Auschwitz-Überlebenden live hören, die Zeitzeugin sehen und ihr im Anschluss Fragen stellen. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Frauen Bamberg statt.

    16. November 2020: Online-Lehrerfortbildung

    Am 16. November 2020 führte Birgit Mair eine Online-Multiplikator*innenfortbildung für Lehrkräfte des Graf-Rasso-Gymnasiums in Fürstenfeldbruck durch. Die Pädagog*innen wurden befähigt, eigenständig Führungen durch die Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" durchzuführen, die vom 23. November bis 4. Dezember 2020 als schulinterne Veranstaltung am Gymnasium zu sehen ist. Die Fortbildung wurde initiiert vom GEW-Kreisverband Fürstenfeldbruck und gefördert von der Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus.

    15. November 2020: Online-Veranstaltung "Holocaust und Vernichtungskrieg in der Sowjetunion". Die jüdische Shoa-Überlebende Asya Levit überlebte als Kind eine Massenerschießung


    Die 84-jährige Asya Levit in ihrer Wohnung im Oktober 2020 (Foto: Birgit Mair)

    Aufgrund der aktuellen Situation fand die ursprünglich für den 10. Mai 2020 in der Villa Leon Nürnberg geplanten und wegen der Corona-Pandemie auf den 15. November 2020 verschobene Veranstaltung "Holocaust und Vernichtungskrieg in der Sowjetunion" im Online-Format statt. Mehr als sechzig Interessierte nahmen an dem Internet-Meeting teil, das in Kooperation mit der Georg-von-Vollmar-Akademie durchgeführt und von Birgit Mair (ISFBB e.V.) moderiert wurde.

    Holocaust-Forscherin Birgit Mair gab zunächst eine kurze Einführung ins Thema, berichtete unter anderem von ihren Forschungsreisen nach St. Petersburg und Woronesch auf den Spuren der Verbrechen der Nationalsozialisten und von den Gräueltaten einer Polizeikompanie sowie des SD in Slavuta, dem Geburtsort der Zeitzeugin Asya Levit (geborene Rotenberg). Die 84-jährige jüdische Holocaust-Überlebende berichtete im Online-Seminar live vom Schicksal ihrer Familie. Geboren wurde sie 1936 in Slavuta (Westukraine). Ihr Geburtsname war Jochewet (Spitzname "Jacha"). Sie erhielt den weniger jüdisch klingenden Namen "Asya", den sie bis heute trägt. Ihre Geburtsurkunde wurde 1943 nachträglich ausgestellt, da die deutschen Besatzer ihre Dokumente mutmaßlich vernichtet hatten. Als Kind überlebte sie eine Massenerschießung durch die Deutschen und ihre ukrainischen Verbündeten in ihrer Heimatstadt Slavuta, bei der ihre Mutter und ihr Bruder ermordet wurden. Die Mutter hieß Rachel Matusowna Rotenberg, war Jüdin und wurde 1905 geboren. Der Bruder hieß Gregori Rotenberg (jüdischer Vorname "Gersch", Spitzname "Musia"). Er wurde 1930 geboren. Ihre Namen finden sich in einem Buch über den Holocaust in Slavuta, das in ukrainischer Sprache verfasst ist.

    Jochewet ("Jacha") Rotenberg mit ihrem Bruder "Musia" Grigori. Er wurde im Alter von etwa zwölf Jahren von den Nationalsozialisten ermordet. (Foto: Privat)

    Die Erinnerung an die Massenerschießung in Slavuta, bei der fünftausend Jüdinnen und Juden, die zuvor in einem für sie errichteten Ghetto gefangen gehalten und schließlich ermordet wurden und wie es das Kind geschafft hat, zu entfliehen, hat Frau Levit verdrängt. Sie erklärte sich ihr Überleben so, dass die Nationalsozialisten Kinder lebendig in Massengräber warfen und sich gewissermaßen die Kugeln gespart hatten, weil sie davon ausgingen, dass kein Kind dies überleben würde. Das Mädchen aber überlebte. Die Zeitzeugin berichtete, dass sie sich daran erinnert, wie sie als Kind umhergeirrt ist und hungrig an Gemüseresten auf Feldern nagte. Schließlich wurde sie gerettet und mehr als eintausend Kilometer südöstlich von Slavuta in verschiedene Kinderheime nach Krasnodar und Mariupli in der Nähe des Schwarzen Meeres gebracht. Durch viel Glück und weil ihre überlebende Tante sich in der Nachkriegszeit um Waisenkinder der Leningrader Blockade gekümmert hatte - so die Vermutung der Zeitzeugin - , hatte ihr Vater sie gefunden. Der Vater, Jakow Rotenberg (jüdischer Vorname "Jankel"), hatte zeitweise in der Roten Armee gedient, wurde dann wegen einer Verwundung als dienstuntauglich erklärt und arbeitete als Wachmann in einer Tabakfabrik. Die Zeitzeugin berichtet von einem Leben in bitterer Armut in der Nachkriegszeit. Der alleinerziehende Vater schaffte es oft nicht, sie vom Kinderheim abzuholen, wo sie auch teilweise übernachtete. Manchmal schlief sie im Wachhäuschen, dem Arbeitsplatz des Vaters, auf dem blanken Boden. Die Zeitzeugin berichtet von sich, dass sie als Kind ängstlich und verwildert war. Dieser Zustand dauerte bis in die Schulzeit an. Später betrieb sie exzessiv Sport, u.a. Basketball und Eiskunstlauf. Mit Hilfe ihr wohl gesonnener Menschen schaffte sie trotz der widrigen Umstände das Studium der Mathematik und Physik. Nach dem Studium sollte sie eine Stellen in Sibirien antreten. Sie lernte ihren ihren späteren Mann kennen, heiratete und bekam zwei Kinder. Die Tatsache, dass sie in einem jüdischen Ghetto war, verheimlichte sie, da sie sonst - wie sie sagte - als „Verräterin“ gegolten hätte. Neben ihrem Beruf engagierte sich die musikalisch begabte Frau in der Philharmonie. Sie glaubt, dass sie ihre Musikalität von ihrer Mutter geerbt hat und kann sich noch an ihre sanfte Stimme erinnern. In den 1990er Jahren zog Frau Levit wie zahlreiche andere so genannte "Kontingentflüchtlinge" nach Deutschland. Der Umzug viel ihr nicht leicht. Sie lebte zunächst in Weiden in der Oberpfalz, wo ihr Mann starb und zog danach nach Mittelfranken.



    Mitglieder der jüdischen Familie Rotenberg aus Slavuta in der Zeit vor dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion. Die zweite in der ersten Reihe ist Rachel Matusowna Rotenberg, die Mutter der Zeitzeugin. Sie wurde von den Nationalsozialisten ermordet. Hinter ihr ist die Großmutter der Zeitzeugin zu sehen. Über ihr Schicksal ist nichts bekannt. Rechts im Bild ist ein Onkel zu sehen, der später nach Leningrad zog. Die Tante, die vorne in der Mitte zu sehen ist, überlebte und engagierte sich in der Nachkriegszeit für Waisenkinder der Leningrader Blockade. (Foto: Privat)

    Es war unsere erste Veranstaltung mit Frau Levit. Die Studentin Julia Chakhina hat mit großer Sensibilität gedolmetscht. Im Anschluss wurden der Zeitzeugin zahlreiche Fragen aus dem Publikum gestellt. Zweiter Referent war der Historiker Dr. Eckart Dietzfelbinger, der einen Vortrag über "Die Verbrechen der Wehrmacht in der Sowjetunion" hielt. Er berichtete unter anderem über die „Todfeindschaft gegen die Sowjetunion“, die für die Nationalsozialisten „von Anfang an Programm“ war. Er berichtete über Massenerschießungen und den Holocaust an 2,7 Millionen sowjetischen Jüdinnen und Juden. Doch nicht nur die jüdische Minderheit wurde Opfer der NS-Vernichtungspolitik. Allein in Weißrussland seien „600 Dörfer dem Erdboden gleichgemacht“ worden. Von 10,6 Millionen Einwohnern verloren dort 2,6 Millionen ihr Leben“. Insgesamt seien nach Einschätzungen des Historikers etwa 28 Millionen Menschen in dem deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion ums Leben gekommen, „darunter 11 Millionen tote Rotarmisten und mindestens 17 Millionen Zivilisten.“ Weitere Details sind dem Handout zu entnehmen, das im Anschluss an das Seminar an die Teilnehmenden versandt wurde.

    Es folgte der Film "Der schwarze Mittwoch - Polizeikompanie Nürnberg vernichtet Kortelisy", den Jim Tobias im Jahr 1997 in der ukrainischen Kleindstadt drehte. Der Regisseur berichtete von dem Filmprojekt sowie der juristischen Nicht-Aufarbeitung der Verbrechen, die in seinem 2005 publizierten Buch „Ihr Gewissen war rein; sie haben es nie benutzt“ – Die Verbrechen der Polizeikompanie Nürnberg“ beschrieben wird. Das Publikum stellte Fragen an die Referierenden.

    Es war der ausdrückliche Wunsch der Zeitzeugin, gemeinsam ein Lied zu singen. Julia Chakhina und Birgit Mair (beide hatten sich im Vorfeld der Veranstaltung auf Corona testen lassen) sangen gemeinsam mit Asya Levit das hebräische Lied "Hava Nagila", Birgit Mair begleitete mit der Gitarre. Die Veranstaltung dauerte wie geplant drei Stunden und als voller Erfolg bezeichnet werden.

    Autorin: Birgit Mair, ISFBB e.V., Nürnberg, 17. November 2020

    Hinweis: Trotz des erhöhten Mehraufwandes infolge mehrfacher Verschiebung der Veranstaltung blieb die Teilnahme an der Online-Veranstaltung kostenfrei. Unterstützen Sie den Bildungsverein ISFBB mit Ihrer Spende für die Zeitzeugenarbeit. Auch kleine Beträge helfen!

    ISFBB e.V. / IBAN: DE10700205000008893000
    Stichwort: Spende Zeitzeugenarbeit BIC: BFSWDE33MUE
    Bank für Sozialwirtschaft München

    12. November 2020: Online-Video-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Eva Franz im Homeoffice

    Am 12. November 2020 fand ein Online-Zeitzeugengespräch mit der 80-jährigen Auschwitz-Überlebenden Eva Franz statt. Vom Homeoffice aus wurde eine Videokonferenz in eine Schulklasse der Mittelschule Mühlhausen geschaltet. So konnten insgesamt etwa zwanzig Schülerinnen und Schüler die Lebensgeschichte der Auschwitz-Überlebenden live hören, die Zeitzeugin sehen und ihr im Anschluss Fragen stellen.

    9. November 2020: Refugees welcome?! in Erlangen

    Am 9. November 2020 führte Birgit Mair gemeinsam einem Geflüchteten aus Syrien zwei Kurzvorträge im Rahmen des Programms "Refugees welcome?!" am Emmy-Nöther-Gymnasium Erlangen durch. Insgesamt nahmen etwa 70 Schülerinnen und Schüler an der Präsenzveranstaltung teil, bei der sowohl die Schüler/innen als auch die Referenten Mund-Nase-Schutz-Masken trugen.

    6. November 2020: Online-Video-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Eva Franz im Homeoffice

    Am 6. November 2020 fand ein Online-Zeitzeugengespräch mit der 80-jährigen Auschwitz-Überlebenden Eva Franz statt. Vom Homeoffice aus wurde eine Videokonferenz in zwei Schulklassen einer Schule in Jena nach Thüringen geschaltet. So konnten insgesamt etwa fünfzig Schülerinnen und Schüler die Lebensgeschichte der Auschwitz-Überlebenden live hören, die Zeitzeugin sehen und ihr im Anschluss Fragen stellen. Kooperationspartner war die Georg-von-Vollmar-Akademie.

    22. Oktober 2020: Online-Video-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Eva Franz im Homeoffice

    Am 22. Oktober 2020 fand ein Online-Zeitzeugengespräch mit der 80-jährigen Auschwitz-Überlebenden Eva Franz statt. Vom Homeoffice aus wurde eine Videokonferenz in zwei Schulklassen der Geschwister-Scholl-Realschule geschaltet. So konnten insgesamt etwa fünfzig Schülerinnen und Schüler die Lebensgeschichte der Auschwitz-Überlebenden live hören, die Zeitzeugin sehen und ihr im Anschluss Fragen stellen. Kooperationspartner war die Georg-von-Vollmar-Akademie.

    13. Oktober 2020: Online-Video-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Eva Franz im Homeoffice

    Am 13. Oktober 2020 fand ein Online-Zeitzeugengespräch mit der 80-jährigen Auschwitz-Überlebenden Eva Franz statt. Vom Homeoffice aus wurde eine Videokonferenz in zwei Schulklassen der Geschwister-Scholl-Realschule geschaltet. So konnten insgesamt etwa fünfzig Schülerinnen und Schüler die Lebensgeschichte der Auschwitz-Überlebenden live hören, die Zeitzeugin sehen und ihr im Anschluss Fragen stellen. Kooperationspartner war die Georg-von-Vollmar-Akademie.

    7. Oktober 2020: Erstes Online-Telefon-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano am Telefon


    Esther Bejarano im September 2020 bei einer Lesung in Fürth (Foto: Birgit Mair)

    Am 7. Oktober 2020 fand unser erstes Online-Zeitzeugengespräch mit Telefonzuschaltung der 95-jährigen Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano statt. Im ersten Teil berichtete Birgit Mair von ihrer Arbeit mit Holocaust-Überlebenden - sie veranstaltete in den letzten fünfzehn Jahren mehr als dreihundert Zeitzeugengespräche. Dann präsentierte sie den etwa dreißig Teilnehmern Fotos und Dokumente aus dem Leben von Esther Bejarano und erzählte Teile ihrer Lebensgeschichte. Im Hauptteil der Veranstaltung wurde Frau Bejarano telefonisch zugeschaltet und die Teilnehmer stellten ihr etwa zwanzig Fragen zu ihrem Leben, zum Umgang mit dem aktuellen Rechtsruck und zur Verarbeitung der Geschehnisse. Insgesamt war es eine beeindruckende Veranstaltung, die wiederholt werden soll. Kooperationspartner war das Bündnis Roth ist bunt.

    5. Oktober 2020: Erstes Online-Video-Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Eva Franz im Homeoffice

    Am 5. Oktober 2020 fand unser erstes Online-Zeitzeugengespräch mit der 80-jährigen Auschwitz-Überlebenden Eva Franz statt. Vom Homeoffice aus wurde eine Videokonferenz in zwei Schulklassen der Geschwister-Scholl-Realschule geschaltet. So konnten insgesamt etwa fünfzig Schülerinnen und Schüler die Lebensgeschichte der Zeitzeugin live hören, sie sehen und ihr im Anschluss Fragen stellen. Kooperationspartner war die Georg-von-Vollmar-Akademie. Wir bedanken uns bei allen Ehrenamtlichen, die uns bei der Realisierung des Onlineformates beraten und geholfen haben.

    3. Oktober 2020: Seminar für Betriebsrät*innen in Fensterbach

    Am 3. Oktober 2020 führte Birgit Mair in Fensterbach ein Seminar zum Umgang mit rechten Parolen im Seminar für ehrenamtliche Betriebsräte durch. Etwa 15 Interessierte nahmen daran teil.

    7. September bis 2. Oktober 2020: Ausstellung in München

    Vom 7. September bis 2. Oktober 2020 war die die von Birgit Mair kuratierte Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" in den Räumen des BayernForums der Friedrich-Ebert-Stiftung in München zu sehen.

    22. September 2020: Ausstellungseröffnung in Pegnitz (Präsenzveranstaltung)


    Birgit Mair hielt einen Vortrag zu den Verbrechen des NSU in der Bartholomäuskirche in Pegnitz (Foto: Privat)

    Am 22. September 2020 wurde die Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" von Birgit Mair in der St. Bartholomäuskirche im oberfränkischen Pegnitz eröffnet. Die Ausstellung ist vom 22. September bis 23. Oktober 2020 im Bürgerzentrum Pegnitz, Hauptstraße 73, zu sehen. Öffnungszeiten: MO-FR 8 bis 20 Uhr, samstags 8 bis 12 Uhr. Bringen Sie für Ihren Besuch bitte einen Mund-Nasen-Schutz mit.

    15. September 2020 Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Eva Franz (Online-Veranstaltung)

    Am 15. September 2020 veranstalteten wir in Kooperation mit dem Lionsclub Donnersberg ein digitales Zeitzeugengespräch mit der Auschwitz-Überlebenden Eva Franz. Birgit Mair moderierte die Veranstaltung und hielt einen kurzen Vortrag über die Zeitzeugenarbeit.

    5. September 2020: Ausstellungseröffnung in Kirchheimbolanden (Präsenzveranstaltung)


    Dr. Thomas Schrage sprach ein Grußwort bei der Ausstellungseröffnung (Foto: Privat)


    Birgit Mair beim Vortrag in Kirchheimbolanden (Foto: Privat)

    Die nach den Corona-Bestimmungen erlaubten zwanzig Zuhörerinnen und Zuhörer waren zur Ausstellungseröffnung „Vom Arbeitsplatz abgeholt – als arbeitsscheu abgestempelt“ über das Schicksal des Holocaust-Überlebenden Sinto Franz Rosenbach (1927-2012) in das Museum Kirchheimbolanden gekommen. Die von Birgit Mair kuratierte Ausstellung war 4. September bis 4. Oktober 2020 im Museum am Stadtpalais in Kirchheimbolanden zu sehen.

    Die Ausstellungseröffnung: Stadtbürgermeister Dr. Marc Muchow und Dr. Thomas Schrage vom Lionsclub Donnersberg sprachen Grußworte. Herr Schrage zitierte dabei Teile der Rede von Frank-Walter Steinmeier, der 75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem sagte, er wünsche sich, dass die Deutschen aus der Geschichte gelernt hätten. Das könne er aber nicht sagen, wenn Hass und Hetze sich ausbreiten würden, wenn er zum Beispiel Halle, Hanau, die Er
  •  
    Impressum: ISFBB e.V., Rennweg 60, D-90489 Nürnberg
    Tel. 0911-54055934, Fax 0911-54055935, info@isfbb.de