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Titel des Dokuments: Termine 2021
 

9. September 2021, 18 bis 20 Uhr: Online-Gespräch mit Semiya Şimşek, Tochter des ersten NSU-Mordopfers (über Zoom)

Am 21. Jahrestag des Mordanschlags auf ihren Vater berichtet Semiya Şimşek über die Auswirkungen des neonazistischen Terrors auf sie und ihre Familie. Auch wird über die bisherige Aufarbeitung der NSU-Verbrechen kritisch Bilanz gezogen. Thematisiert werden auch die Auswirkungen neuerer rassistischer Morde auf Opferangehörige. Die Autorin der Wanderausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen", Birgit Mair, steht seit Jahren im Kontakt mit der Familie des Mordopfers und wird die Veranstaltung moderieren.

Die Teilnahme ist kostenfrei; eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich. Die Anmeldung erfolgt über eine E-Mail an info@isfbb.de

Veranstaltung von ISFBB e.V. in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

Spenden für die Veranstaltung: Spendenkonto: ISFBB e.V., IBAN: DE10700205000008893000, Stichwort: Semiya Simsek

15. September 2021, 19 bis 21 Uhr: Online-Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube

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Ernst Grube im Mai 2021 (Foto: Birgit Mair)

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Ernst und Werner Grube im Tierpark Hellabrunn in München 1941. Ihr couragierter Vater besuchte mit seiner Familie den Zoo, ohne den "Judenstern" zu tragen (Foto: Privatbesitz Ernst Grube)


Am Mittwoch, 15. September 2021, findet von 19 bis 21 Uhr ein Online-Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube statt. Anlass für die Veranstaltung ist der 86. Jahrestag der Verkündung der rassistischen "Nürnberger Gesetze".

Ernst Grube wurde 1932 in München geboren. Seine Mutter war jüdisch, sein Vater evangelisch. Nach der Zerstörung der Münchner Hauptsynagoge im Juni 1938 wurden die unmittelbar angrenzenden Gebäude der israelitischen Kultusgemeinde in der Herzog-Max Straße "arisiert", d.h. geraubt. Die Grube-Familie wurde aus ihrer dortigen Mietwohnung vertrieben. In ihrer Not brachten die Eltern Ernst und seine beiden Geschwister zwei Tage vor dem Novemberpogrom 1938 in ein jüdisches Kinderheim. Fast alle der dort untergebrachten Kinder wurden später von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet. Ernst und seine beiden Geschwister mussten ab Frühjahr 1942 in das „Judenlager Milbertshofen", später in ein weiteres Lager in Berg am Laim bis April 1943. Drei Monate vor Kriegsende wurden die Grube-Kinder und ihre Mutter in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie bis zur Befreiung am 8. Mai 1945 inhaftiert waren.

Veranstaltet vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung in Kooperation mit dem Jugendforum Nordstadt/Planerladen e.V. Dortmund sowie der Jüdischen Kultusgemeinde Erlangen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Spenden werden erbeten. ISFBB e.V., IBAN: DE10700205000008893000 Stichwort: Ernst Grube 15. September, BIC: BFSWDE33MUE, Bank für Sozialwirtschaft München Anmeldung ab sofort per E-Mail an: info@isfbb.de

21. September 2021, 19 Uhr: "Zwischen Radikalisierung und Normalisierung: Die AfD und ihre digitalen Helfernetzwerke" mit Hajo Funke & Birgit Mair

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Hajo Funke ist Professor (i.R.) an der Freien Universität Berlin. Er ist Autor zahlreicher Bücher (u.a. "Sicherheitsrisiko Verfassungsschutz", "Die Höcke-AfD", "Staatsaffäre NSU", "Gäriger Haufen. Die AfD: Ressentiments, Regimewechsel und völkische Radikale" sowie "Kampf um die Erinnerung. Hitlers Erlösungswahn und seine Opfer" und "Black lives matter in Deutschland". Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des ISFBB-Projekts "Die letzten Zeugen".

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Diplom-Sozialwirtin Univ. Birgit Mair ist Mitbegründerin des Nürnberger ISFBB e.V., Co-Autorin der internationalen Studie zu NS-Zwangsarbeit „Hitlers Sklaven“ („Hitlers Slaves“), Autorin von Büchern über Holocaustüberlebende und Kuratorin von Wanderausstellungen über die Opfer des NSU und die KZ-Überlebenden Josef Jakubowicz und Franz Rosenbach. Sie führte mehr als 300 Zeitzeugengespräche mit Holocaust-Überlebenden durch (www.isfbb.de , www.die-letzten-zeugen.de)
Viele Überlebende des Holocaust mahnen infolge des politischen Rechtsrucks Wachsamkeit an in Bezug auf antidemokratische Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Aus diesem Grunde werden Prof. Dr. Hajo Funke und Birgit Mair am 21. September 2021 im Rahmen einer Online-Veranstaltung analysieren, inwieweit sich die AfD seit ihrer Gründung im Jahr 2013 radikalisiert hat. Hier werden folgende Aspekte vertieft: Angriffe auf die demokratische Zivilgesellschaft, Erinnerungskultur an die NS-Verbrechen, soziale Frage, Migration, Frauen und Klimafrage. Birgit Mair wird zudem einen kurzen Einblick in das digitale Helfernetzwerk geben, das um die Partei oszilliert und rechte Propaganda via Smartphone und Tablet in die Köpfe von Millionen von Nutzern transportiert. Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden für das Projekt "Die letzten Zeugen" (www.die-letzten-zeugen.de) werden erbeten. Anmeldung per E-Mail an info@isfbb.de

5. Oktober 2021, 19 Uhr: „Mein Vater wurde vom NSU erschossen – wo bleibt die Aufklärung?“ – Zwei Töchter der Ermordeten sprechen - Online-Veranstaltung mit Semiya Şimşek und Gamze Kubaşık

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Semiya Şimşek und Gamze Kubaşık (rechts im Bild) demonstrierten gemeinsam mit ihren Müttern und tausenden anderen nach der Urteilsverkündung am 11. Juli 2018 in München (Foto: Birgit Mair)

„Mein Vater wurde vom NSU erschossen – wo bleibt die Aufklärung?“ – Zwei Töchter der Ermordeten sprechen mit Semiya Şimşek und Gamze Kubaşık

Termin: Dienstag, 5. Oktober 2021, 19 bis 21.30 Uhr

Teilnahme kostenfrei; Online über Zoom; Anmeldung per E-Mail an info@isfbb.de


Moderation: Birgit Mair, ISFBB e.V., Kuratorin der Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“

Dreizehn Parlamentarische Untersuchungsausschüsse und ein fünfjähriges Gerichtsverfahren konnten drängende Fragen der betroffenen Familien nicht klären. Einundzwanzig Jahre nach dem Mord an ihrem Vater Enver Şimşek in Nürnberg und fünfzehn Jahre nach der Ermordung von Mehmet Kubaşık in Dortmund berichten ihre Töchter von der Zeit vor und nach der Selbstenttarnung der neonazistischen Terrorgruppe NSU und den Erinnerungen an ihren Vater. Sie sprechen über offene Fragen, schleppende Ermittlungsverfahren gegen weitere NSU-Helferinnen und -helfer und unterziehen die bisherige Aufklärung einer kritischen Bilanz.

Veranstaltet von: Auslandsgesellschaft.de, Bündnis Tag der Solidarität - Kein Schlussstrich Dortmund in Kooperation mit dem Bildungsverein Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. Nürnberg

Donnerstag, 14. Oktober 2021, 19 Uhr: Online-Zeitzeugengespräch mit Horst Bernard

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Horst Bernard in seiner Wohnung in Saarbrücken
(Foto: Birgit Mair, April 2021)

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Horst Bernard als Kleinkind
(Foto: Privatbesitz Horst Bernard)
Termin: Donnerstag, 14. Oktober 2021, 19 bis 21 Uhr; Teilnahme kostenfrei; Anmeldung per E-Mail an info@isfbb.de

Der Zeitzeuge wird über Zoom zugeschaltet und ist im Bild zu sehen. Im ersten Teil der Veranstaltung berichtet er aus seinem Leben. Im zweiten Teil beantwortet er Fragen aus dem Publikum. Moderation: Birgit Mair, ISFBB e.V.

Veranstaltet von Roth ist bunt in Kooperation mit dem Institut ISFBB e.V. und mit Unterstützung der AWO Fankontaktstelle INNWURF in Saarbrücken.



Horst Bernard wurde 1932 in Bischmisheim bei Saarbrücken als Kind eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter geboren. Die Eltern waren im saarländischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv. Nachdem das Saarland 1935 nationalsozialistisch wurde, floh die Familie nach Frankreich, wo sich die Eltern der Resistance anschlossen. Der Vater musste wegen seiner jüdischen Herkunft und der Gegnerschaft zum Naziregime zeitweise in die Illegalität untertauchen. 1944, nachdem die Mutter von der Militärverwaltung verhört und die Gestapo ihre Wohnung durchsucht hatte, musste auch sie mit den zwei kleinen Kindern untertauchen. Ihr ältester Sohn Horst wurde bei einem alten Ehepaar untergebracht. Im Alter von zwölf Jahren entging er knapp dem Tode. Er konnte fliehen, als die SS auf der Beerdigung eines bekannten Widerstandskämpfers der Resistance-Gruppe "Libération" auf dem Friedhof in Fengarolles um sich geschossen und zahlreiche Menschen verhaftet hatte.

Horst Bernard berichtet im Online-Zeitzeugengespräch von den nationalsozialistischen Verfolgungen und von Widerstandsleistungen seiner Eltern. Der Verfasser mehrerer Bücher über die NS-Zeit traf nach 1945 zahlreiche KZ-Überlebende, setzte sich für sie ein und engagierte sich gegen Alt- und Neonazis. Er spricht deutsch und französisch. Holocaust-Forscherin Birgit Mair wird die Veranstaltung moderieren. Sie besuchte den 88-jährigen Zeitzeugen in Saarbrücken und präsentiert Fotos und Dokumente aus seinem Leben.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei. Wer möchte, kann dem Verein ISFBB e.V. etwas für das Projekt "Die letzten Zeugen" spenden. Dokumente aus dem Leben von Horst Bernard sowie ein Videointerview mit ihm sollen mit Hilfe von Spenden auf der Internetseite www.die-letzten-zeugen.de veröffentlicht werden.

Spendenkonto: ISFBB e.V. / IBAN: DE10700205000008893000 / Stichwort: Die letzten Zeugen / Bank für Sozialwirtschaft München Für alle Veranstaltungen gilt der Einlassvorbehalt: Die Veranstalter behalten sich gem. § 6 VersG / Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren