Institut für sozialwissenschaftliche
Forschung, Bildung und Beratung e.V. (ISFBB)
 
 
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Online-Fortbildungstermine des ISFBB e.V. im Jahr 2021

16. Juni 2021: 19 Uhr: Gavriil Voulgaridis, sein Bruder wurde vom NSU ermordet

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Theodoros Boulgarides (links) und sein Bruder Gavriil in einem Restaurant in ihrer Heimatstadt München (Foto: Privat)

Zu Beginn der Veranstaltung wird Birgit Mair über ihre 2021 aktualisierte Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" berichten. Im Anschluss daran wird der Bruder des am 15. Juni 2005 in München vom NSU ermordeten Theodoros Boulgarides Fragen aus dem Publikum beantworten. Veranstaltet von: ISFBB e.V. Nürnberg in Kooperation mit Jugendforum Nordstadt/Planerladen e.V., Bündnis „Tag der Solidarität – Kein Schlussstrich“ und Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW
Teilnahme kostenfrei; Spenden erbeten. Anmeldung per E-Mail an: info@isfbb.de Spendenkonto: ISFBB e.V., IBAN: DE10700205000008893000 BIC: BFSWDE33MUE, Bank für Sozialwirtschaft München, Stichwort: NSU-Aufklärung München

23. Juni 2021, 19.30 Uhr: Mehmet O., Überlebender des ersten NSU-Bombenanschlags in Nürnberg berichtet (Web-Seminar)

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Mehmet O. vor einer Tafel der Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" im Jahr 2019 in seiner Geburtsstadt Nürnberg (Foto: Birgit Mair)

Am 22. Jahrestag des neonazistisch motivierten Rohrbombenanschlags auf die Pilsbar „Sonnenschein“ in der Nürnberger Scheurlstraße eine Rohrbombe findet eine Online-Veranstaltung mit Mehmet O. statt. Er war 18 Jahre alt, als er im Toilettenraum seiner damaligen Kneipe die vermeintliche Taschenlampe entdeckte. Als er sie anknipsen wollte, explodierte der Sprengsatz. Der junge Mann wurde mehrere Meter durch den Raum geschleudert. Da die Rohrenden nicht professionell befestigt waren und der Druck seitlich entweichen konnte, entfaltete die Bombe ihre potenziell tödliche Wirkung nicht. Dennoch wurde der Nürnberger erheblich verletzt, Splitter steckten in Gesicht und Oberkörper. Mehr als vierzehn Jahre lang wusste er, nicht, wer ihn und seine Kneipe angegriffen hatte. Dass der Bombenanschlag dem NSU zugerechnet werden kann, ist erst am 11. Juni 2013 bekannt geworden.

Birgit Mair führt zunächst digital durch ihre 2021 aktualisierte Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" und lässt dann Mehmet O. zu Wort kommen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit für Fragen aus dem Publikum.

Online-Seminar mit Zoom. Die Veranstaltung wird gefördert von der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken e.V.

Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Die Anmeldung erfolgt über eine E-Mail an info@isfbb.de oder telefonisch unter 0911 / 54 055 934.
Teilnahmegebühr: 5 Euro. Vorabüberweisung auf das Konto: ISFBB e.V., IBAN: DE10700205000008893000 BIC: BFSWDE33MUE, Bank für Sozialwirtschaft München, Stichwort: Mehmet O.

26. Juni 2021, 18.30 Uhr: "80 Jahre Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion oder: Der zweite deutsche Völkermord" - Vortrag und Filmvorführung mit Hannes Heer in Nürnberg (geplant als Präsenzveranstaltung sowie zusätzlich Online über Zoom)

Hannes Heer (Foto: Helmut Schwalbach Hamburg)

Termin: Samstag, 26. Juni 2021, 18.30 bis 20.30 Uhr
Veranstaltungsort: Villa Leon, Philipp-Körber-Weg 1, Nürnberg (U-Bahn Rothenburger Straße)


Anlässlich des 80. Jahrestages des Angriffs von Nazideutschland auf die Sowjetunion konnten wir den Historiker und Publizisten Hannes Heer (Jahrgang 1941) als Referenten gewinnen. Er referiert zum Thema „80 Jahre Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion oder: Der zweite deutsche Völkermord“. Präsentiert werden außerdem Ausschnitte aus dem Film "Jenseits des Krieges" von Ruth Beckermann.

Hannes Heer war von 1993 bis 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und Leiter der 1995 bis 1999 von einer Million Menschen besuchten Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“. Er verfasste zahlreiche Publikationen zur Geschichte von Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegserinnerung. Hannes Heer ist Träger der Carl-von-Ossietzky- Medaille und lebt in Hamburg.

Referent: Hannes Heer
Moderation: Birgit Mair ISFBB e.V.
Veranstalterin: ISFBB e.V. in Kooperation mit ver.di Mittelfranken, VVN-BdA-Nürnberg, Nürnberger Bündnis Nazistopp und Stadt Nürnberg Villa Leon. Vielen Dank an Peter Harasim für die Unterstützung.

Teilnahme kostenfrei; eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich. Die Anmeldung erfolgt über eine E-Mail an info@isfbb.de oder telefonisch unter 0911 / 54 055 934. Geben Sie bitte an, ob Sie in Präsenz oder online (über zoom) teilnehmen möchten.

Spenden für die Veranstaltung: Spendenkonto:
ISFBB e.V., IBAN: DE10700205000008893000, Stichwort: Hannes Heer

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9. September 2021, 18 bis 20 Uhr: Online-Gespräch mit Semiya Şimşek, Tochter des ersten NSU-Mordopfers (über Zoom)

Am 21. Jahrestag des Mordanschlags auf ihren Vater berichtet Semiya Şimşek über die Auswirkungen des neonazistischen Terrors auf sie und ihre Familie. Auch wird über die bisherige Aufarbeitung der NSU-Verbrechen kritisch Bilanz gezogen. Thematisiert werden auch die Auswirkungen neuerer rassistischer Morde auf Opferangehörige. Die Autorin der Wanderausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen", Birgit Mair, steht seit Jahren im Kontakt mit der Familie des Mordopfers und wird die Veranstaltung moderieren.

Die Teilnahme ist kostenfrei; eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich. Die Anmeldung erfolgt über eine E-Mail an info@isfbb.de

Veranstaltung von ISFBB e.V. in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

Spenden für die Veranstaltung: Spendenkonto: ISFBB e.V., IBAN: DE10700205000008893000, Stichwort: Semiya Simsek

15. September 2021,19 bis 21 Uhr: Online-Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube


Ernst Grube am 5.Mai 2019 beim Gedenken an die Ermordung von tausenden sowjetischen Kriegsgefangen auf dem damaligen Schießplatz der SS in Hebertshausen/Dachau (Foto: joergensen.com)

Am Mittwoch, 15. September Februar 2021, findet von 19 bis 21 Uhr ein Online-Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube statt. Anlass für die Veranstaltung ist der 86. Jahrestag der Verkündung der rassistischen "Nürnberger Gesetze".

Ernst Grube wurde 1932 in München geboren. Seine Mutter war jüdisch, sein Vater evangelisch. Nach der Zerstörung der Münchner Hauptsynagoge im Juni 1938 wurden die unmittelbar angrenzenden Gebäude der israelitischen Kultusgemeinde in der Herzog-Max Straße "arisiert", d.h. geraubt. Die Grube-Familie wurde aus ihrer dortigen Mietwohnung vertrieben. In ihrer Not brachten die Eltern Ernst und seine beiden Geschwister zwei Tage vor dem Novemberpogrom 1938 in ein jüdisches Kinderheim. Fast alle der dort untergebrachten Kinder wurden später von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet. Ernst und seine beiden Geschwister mussten ab Frühjahr 1942 in das „Judenlager Milbertshofen", später in ein weiteres Lager in Berg am Laim bis April 1943. Drei Monate vor Kriegsende wurden die Grube-Kinder und ihre Mutter in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie bis zur Befreiung am 8. Mai 1945 inhaftiert waren.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Spenden werden erbeten. ISFBB e.V., IBAN: DE10700205000008893000 Stichwort: Ernst Grube 15. September, BIC: BFSWDE33MUE, Bank für Sozialwirtschaft München Anmeldung ab sofort per E-Mail an: info@isfbb.de

5. Oktober 2021, 19 Uhr: „Mein Vater wurde vom NSU erschossen – wo bleibt die Aufklärung?“ – Zwei Töchter der Ermordeten sprechen - Online-Veranstaltung mit Semiya Şimşek und Gamze Kubaşık

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Semiya Şimşek und Gamze Kubaşık (rechts im Bild) demonstrierten gemeinsam mit ihren Müttern und tausenden anderen nach der Urteilsverkündung am 11. Juli 2018 in München (Foto: Birgit Mair)

„Mein Vater wurde vom NSU erschossen – wo bleibt die Aufklärung?“ – Zwei Töchter der Ermordeten sprechen mit Semiya Şimşek und Gamze Kubaşık

Termin: Dienstag, 5. Oktober 2021, 19 bis 21.30 Uhr

Teilnahme kostenfrei; Online über Zoom; Anmeldung per E-Mail an info@isfbb.de


Moderation: Birgit Mair, ISFBB e.V., Kuratorin der Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“

Dreizehn Parlamentarische Untersuchungsausschüsse und ein fünfjähriges Gerichtsverfahren konnten drängende Fragen der betroffenen Familien nicht klären. Einundzwanzig Jahre nach dem Mord an ihrem Vater Enver Şimşek in Nürnberg und fünfzehn Jahre nach der Ermordung von Mehmet Kubaşık in Dortmund berichten ihre Töchter von der Zeit vor und nach der Selbstenttarnung der neonazistischen Terrorgruppe NSU und den Erinnerungen an ihren Vater. Sie sprechen über offene Fragen, schleppende Ermittlungsverfahren gegen weitere NSU-Helferinnen und -helfer und unterziehen die bisherige Aufklärung einer kritischen Bilanz.

Veranstaltet von: Auslandsgesellschaft.de, Bündnis Tag der Solidarität - Kein Schlussstrich Dortmund in Kooperation mit dem Bildungsverein Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. Nürnberg

Donnerstag, 14. Oktober 2021, 19 Uhr: Online-Zeitzeugengespräch mit Horst Bernard

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Horst Bernard in seiner Wohnung in Saarbrücken
(Foto: Birgit Mair, April 2021)

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Horst Bernard als Kleinkind
(Foto: Privatbesitz Horst Bernard)
Termin: Donnerstag, 14. Oktober 2021, 19 bis 21 Uhr; Teilnahme kostenfrei; Anmeldung per E-Mail an info@isfbb.de

Der Zeitzeuge wird über Zoom zugeschaltet und ist im Bild zu sehen. Im ersten Teil der Veranstaltung berichtet er aus seinem Leben. Im zweiten Teil beantwortet er Fragen aus dem Publikum. Moderation: Birgit Mair, ISFBB e.V.

Veranstaltet von Roth ist bunt in Kooperation mit dem Institut ISFBB e.V. und mit Unterstützung der AWO Fankontaktstelle INNWURF in Saarbrücken.



Horst Bernard wurde 1932 in Bischmisheim bei Saarbrücken als Kind eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter geboren. Die Eltern waren im saarländischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv. Nachdem das Saarland 1935 nationalsozialistisch wurde, floh die Familie nach Frankreich, wo sich die Eltern der Resistance anschlossen. Der Vater musste wegen seiner jüdischen Herkunft und der Gegnerschaft zum Naziregime zeitweise in die Illegalität untertauchen. 1944, nachdem die Mutter von der Militärverwaltung verhört und die Gestapo ihre Wohnung durchsucht hatte, musste auch sie mit den zwei kleinen Kindern untertauchen. Ihr ältester Sohn Horst wurde bei einem alten Ehepaar untergebracht. Im Alter von zwölf Jahren entging er knapp dem Tode. Er konnte fliehen, als die SS auf der Beerdigung eines bekannten Widerstandskämpfers der Resistance-Gruppe "Libération" auf dem Friedhof in Fengarolles um sich geschossen und zahlreiche Menschen verhaftet hatte.

Horst Bernard berichtet im Online-Zeitzeugengespräch von den nationalsozialistischen Verfolgungen und von Widerstandsleistungen seiner Eltern. Der Verfasser mehrerer Bücher über die NS-Zeit traf nach 1945 zahlreiche KZ-Überlebende, setzte sich für sie ein und engagierte sich gegen Alt- und Neonazis. Er spricht deutsch und französisch. Holocaust-Forscherin Birgit Mair wird die Veranstaltung moderieren. Sie besuchte den 88-jährigen Zeitzeugen in Saarbrücken und präsentiert Fotos und Dokumente aus seinem Leben.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei. Wer möchte, kann dem Verein ISFBB e.V. etwas für das Projekt "Die letzten Zeugen" spenden. Dokumente aus dem Leben von Horst Bernard sowie ein Videointerview mit ihm sollen mit Hilfe von Spenden auf der Internetseite www.die-letzten-zeugen.de veröffentlicht werden.

Spendenkonto: ISFBB e.V. / IBAN: DE10700205000008893000 / Stichwort: Die letzten Zeugen / Bank für Sozialwirtschaft München Für alle Veranstaltungen gilt der Einlassvorbehalt: Die Veranstalter behalten sich gem. § 6 VersG / Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren

 
Impressum: ISFBB e.V., Rennweg 60, D-90489 Nürnberg
Tel. 0911-54055934, Fax 0911-54055935, info@isfbb.de