Institut für sozialwissenschaftliche
Forschung, Bildung und Beratung e.V. (ISFBB)
 
 
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Trauer um Fritz Pilz: Holocaust-Überlebender im Alter von 92 Jahren gestorben

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Fritz Pilz im Alter von 91 Jahren in Nürnberg
(Foto: Daniela Meyer Fotografie, Sulzbürg)

Am 9. September 2020 starb der Holocaust-Überlebende Fritz Pilz im Alter von 92 Jahren in Nürnberg. Fritz Pilz, der in Pethau bei Zittau aufgewachsen war, wurde von den Nationalsozialisten als "Halbjude" verfolgt. Seine jüdische Mutter wurde 1944 verhaftet und nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Als Jugendlicher musste Fritz Pilz im Zwangsarbeitslager Miltitz für die Nationalsozialisten arbeiten. Nach dem Krieg hatte sich der völlig mittellose Halbwaise in Lauf an der Pegnitz niedergelassen, wo er sich in der Folgezeit gesellschaftlich sehr engagierte und ein neues Leben aufbauen konnte. Er ist vielen Menschen in der Region unter anderem deshalb bekannt, weil er tausenden von Kindern das Schwimmen beigebracht hat.

Seit 2019 trat er im Rahmen der Zeitzeugenarbeit des Nürnberger Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. an Schulen in Nürnberg, Erlangen und Neu-Ulm auf und berichtete hunderten Schülerinnen und Schülern aus seinem Leben. Am 15. September 2019 hörten mehr als dreihundert Interessierte bei einer vom ISFBB organisierten Zeitzeugenveranstaltung im Nürnberger Gewerkschaftshaus seinen Lebensbericht. Anfang März 2020 besuchte Birgit Mair ihn gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Nürnberger Preißlerschule in seinem Haus in Lauf an der Pegnitz, wo die Jugendlichen ihn zu seiner Lebensgeschichte interviewten.

Das Verfolgungsschicksal von Fritz Pilz und Dokumente aus seinem Leben sind in dem 2019 erschienenen Buch „Die letzten Zeugen – meine Arbeit mit Holocaust-Überlebenden an Schulen“ von Birgit Mair veröffentlicht. Fritz Pilz war ein herzensguter und offener Mensch. Er wird mir fehlen, so die Holocaustforscherin Birgit Mair. Er hinterlässt eine Tochter und drei Enkelkinder. Die Urnenbeisetzung findet im engsten Familienkreis statt.

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Bewegende Kondolenzkarte von Schüler*innen für die Angehörigen von Fritz Pilz. Die Tochter des Verstorbenen erlaubte uns die Veröffentlichung.

Impressionen unserer gemeinsamen Arbeit

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Zeitzeugengespräch mit Fritz Pilz in Begleitung von Birgit Mair am Lessing-Gymnasium in Neu-Ulm am 12. April 2019 (Foto: Privat)
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Fritz Pilz beim Zeitzeugengespräch am 9. Juli 2019 am Albrecht-Schweizer-Gymnasium in Erlangen (Foto: Birgit Mair)

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Fritz Pilz beim Zeitzeugengespräch am 6. Mai 2019 in der Beruflichen Schule 1 Nürnberg (Foto: Birgit Mair)

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Der 91-Jährige Fritz Pilz berichtete am 15. September 2019 bei einer ISFBB-Veranstaltung vor mehr als dreihundert Zuhörerinnen und Zuhörern im Saal Korn's des Gewerkschaftshauses Nürnberg von seinen Verfolgungen durch die Nationalsozialisten (Foto: ver.di Mittelfranken)

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Mehr als dreihundert Menschen lautschten den Berichten der letzten Zeugen des Holocaust (Foto: Rüdiger Löster)

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Gemeinsam mit anderen Holocaust-Überlebenden berichtete Fritz Pilz am 15. September 2019 von seinem Schicksal. Links im Bild Fritz Pilz, in der Mitte Birgit Mair, rechts der Holocaust-Überlebende Siegfried Heilig (Foto: Roland Sauer)

 
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