Institut für sozialwissenschaftliche
Forschung, Bildung und Beratung e.V. (ISFBB)
 
 
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Modul 2: Zeitzeugengespräche mit Holocaust-Überlebenden (Vortrag)

Mit Siegfried Heilig, Eva Franz und Heinrich Rotmensch können in Bayern noch Holocaust-Überlebende von ihren Erfahrungen der nationalsozialistischen Verfolgungen berichten. Die Sozialwissenschaftlerin Birgit Mair begleitet seit 2005 Holocaust-Überlebende an Schulen und hat hunderte Zeitzeugengespräche durchgeführt. Sie begleitet die Zeitzeugen, moderiert die Gespräche und unterstützt die Überlebenden beim Vortrag.

Siegfried Heilig (geb. 1934)

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Siegfried Heilig bei einem Zeitzeugengespräch 2016 in Neumarkt
(Foto: Daniela Meyer Fotografie)

Siegfried Heilig geb. 1934) wuchs in Magdeburg auf. Am 1. März 1943 sollten alle Sinti und Roma aus Magdeburg in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert werden. Dank der Courage der Großmutter entging die Familie nur knapp der Gestapo. Es gelang der Familie Heilig bis zur Befreiung unbemerkt an verschiedenen Orten Brandenburgs zu überleben. Vater, Mutter, Siegfried und seine beiden Brüder konnten mit Hilfe anderer ihre Identität verbergen und blieben unbemerkt. Die mutige Oma wurde im September 1943 in Auschwitz-Birkenau ermordet. Auch Michael Heilig, der Onkel des Zeitzeugen, kam in Auschwitz um.

Heinrich Rotmensch (geb. 1925)

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Heinrich Rotmensch wurde 1925 im oberschlesischen Bedzin (Polen) geboren. Als Jugendlicher musste er Zwangsarbeit in acht verschiedenen Zwangsarbeits- und Konzentrationslagern verrichten. Im KZ Fünfteichen, wo er schwere Asbestplatten schleppen musste, erhielt er die Häftlings-Nummer 25378. Er überlebte unter anderem die KZs Groß-Rosen und Buchenwald. Im April 1945 wurde er im KZ-Außenlager Spaichingen (Baden-Württemberg) von französischen Truppen befreit. Seine Eltern und Großeltern wurden von den Nationalsozialisten ermordet, weil sie Juden waren. Herr Rotmensch lebt seit Kriegsende in der Nähe von München.
Birgit Mair moderiert das Zeitzeugengespräch, bettet die Erzählungen von Herrn Rotmensch in den historischen Kontext ein und präsentiert Bilder und Dokumente.

Eva Franz (geb. 1940)

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Eva Franz geb. Christ) wurde 1940 in Gablonz an der Neiße geboren. Als sie zweieinhalb Jahre alt war, wurde die Familie Christ von Fulda aus in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurde ihr die Häftlingsnummer 4167 in den linken Unterarm eintätowiert. Frau Franz trägt die Nummer bis heute. Ihr Vater kam nach Auschwitz-Birkenau und überlebte den Terror. Zusammen mit ihrer Mutter wurde Eva 1944 von Auschwitz-Birkenau nach Ravensbrück deportiert. Ab diesem Zeitpunkt hat Frau Franz eine eigene aktive Erinnerung an ihre Kindheit. Ihre Geschwister haben die Torturen nicht überlebt. Gegen Kriegsende wurde Eva mit ihrer Mutter in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert, wo die Mutter der fast fünfjährigen Eva starb. Birgit Mair moderiert das Zeitzeugengespräch, bettet die Erzählungen von Eva Franz in den historischen Kontext ein und präsentiert Bilder und Dokumente der Familie aus der Vorkriegszeit.


Birgit Mair moderiert das Zeitzeugengespräch, bettet die Erzählungen des in Nürnberg lebenden Siegfried Heilig in den historischen Kontext ein und präsentiert Bilder und Dokumente der Familie aus der Vorkriegszeit.

Preis pro Zeitzeugengespräch:
Je nach Entfernung von Nürnberg 350-500 Euro zzgl. Fahrtkosten für Eva Franz und Siegfried Heilig sowie für Henry Rotmensch 400-500 Euro je nach Entfernung von München zzgl. Reisekosten.
 
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Tel. 0911-54055934, Fax 0911-54055935, birgitmair@t-online.de