Institut für sozialwissenschaftliche
Forschung, Bildung und Beratung e.V. (ISFBB)
 
 
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Ausstellung "Überlebensberichte von Josef Jakubowicz"

Der Nürnberger Josef Jakubowicz wurde 1925 in Oswiecim (Auschwitz) geboren und überlebte als Jude elf Zwangsarbeits- und Konzentrationslager (u.a. Groß-Rosen, Flossenbürg, Mittelbau-Dora, Bergen-Belsen). 34 seiner jüdischen Familienmitglieder wurden von den Nationalsozialisten ermordet.

Die Ausstellung „Überlebensberichte von Josef Jakubowicz“ fasst die Forschungsergebnisse der Nürnberger Sozialwissenschaftlerin Birgit Mair aus mehreren Jahren Recherche und Gesprächen mit dem Holocaust-Überlebenden zusammen. Sie wurde 2007 auf der Grundlage des Buches „Überlebensberichte von Josef Jakubowicz - Eine biographische Analyse“ von Birgit Mair konzipiert und im Jahr 2012 erweitert. Seither besteht sie aus 16 Tafeln DIN A 0 (je 122 x 84 cm), die auf leicht aufhängbare Zeltplanen gedruckt sind sowie Filmbeiträgen, Fotos, einem Lied und Gegenständen aus dem Leben des Zeitzeugen. Neben dem Überleben nationalsozialistischer Lager sowie dem Schicksal seiner Familie thematisiert sie u.a. den Verlust des guten Freundes von Herr Jakubowicz, Shlomo Lewin, der zusammen mit seiner Lebensgefährtin im Jahr 1980 in Erlangen von einem ehemaligen Mitglied der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ ermordet worden. Außerdem wird der aktiven Kampf des über 80-Jährigen gegen den wieder erstarkenden Neonazis und Antisemitismus in Franken skizziert.

Als Vollwaise kam Josef Jakubowicz nach Kriegsende nach Franken, wo er 2013 verstarb. Gemeinsam mit Ausstellungsmacherin Birgit Mair führte er in den Jahren 2005 bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2013 hunderte Zeitzeugengespräche an Schulen in Nordbayern durch. Als aktiver Kämpfer gegen Neonazis unterstützte er in den vergangenen Jahren die Nazigegner/innen in Nürnberg, Erlangen, Gräfenberg und Pommersfelden, wo er bei Demonstrationen gegen extrem rechte Gruppierungen auftrat. Auch diese wichtigen Aspekte seiner Biographie werden in der Ausstellung behandelt.


Josef Jakubowicz im Jahr 2005 in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Überblick über die Tafeln








Buch zur Ausstellung "Überlebensberichte von Josef Jakubowicz - Eine biographische Analyse von Birgit Mair" (2006, 192 Seiten)


Danksagung

Die Ausstellung ist das Produkt vieler engagierter Menschen und Institutionen, bei denen ich mich herzlich bedanken möchte: Allen voran bei Josef Jakubowicz für die langjährige Zusammenarbeit und für über einhundert Zeitzeugengespräche, die meisten von ihnen geduldig begleitet von Rose Wanninger oder Henry Wanninger.

Die erste Druckfassung, die seit 2007 in mehr als zwanzig Einrichtungen in Nürnberg, Erlangen, Ermreuth und Ulm gezeigt wurde, haben die Stadt Nürnberg (Kulturreferat und Sozialreferat) sowie der Bezirk Mittelfranken finanziert. Ein Neudruck und die Erweiterung der Ausstellung konnten in den Jahren 2009 und 2012 mit Hilfe von Fördermitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, des Europäischen Sozialfonds für Deutschland innerhalb des Programms XENOS-Integration und Vielfalt realisiert werden.

Birgit Mair, Konzeption und Durchführung
 
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